Charta Schutz Journalisten
Charta zur Sicherheit von Journalisten in Kriegs- und Krisengebieten
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1. Grundsatz: Verpflichtung Medien, staatliche Institutionen und die Journalisten selbst sollten alle wichtigen Informationen untereinander austauschen und systematisch nach Wegen suchen, um die Risiken zu begrenzen, die mit einem Einsatz in Kriegs- und Krisengebieten verbunden sind. Solche Einsätze von freien oder fest angestellten Journalisten, ihren Mitarbeitern, Stringern vor Ort und sie begleitenden Personen verlangen eine angemessene Vorbereitung, Schulung, Versicherung und Ausrüstung. |
Principle 1 Commitment The media, public authorities and journalists themselves shall systematically seek ways to assess and reduce the risks in war zones or dangerous areas by consulting each other and exchanging all useful information. Risks to be taken by staff or freelance journalists, their assistants, local employees and support personnel require adequate preparation, information, insurance and equipment. |
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2. Grundsatz: Freiwilligkeit Bewaffnete Konflikte bedeuten für Medienschaffende die Übernahme von Risiken und ein persönliches Engagement. Dessen müssen sie sich bewusst sein, so dass Einsätze in Kriegsgebieten nur auf streng freiwilliger Basis stattfinden dürfen. Aufgrund der Risiken muss jeder das Recht haben, eine Entsendung ohne Angabe von Gründen abzulehnen, ohne dass ihm oder ihr dies negativ angerechnet wird. Ein Einsatz muss auf Wunsch des Journalisten wie des Mediums abgebrochen werden können. Auf die Reporter darf keinerlei Druck ausgeübt werden, damit sie zusätzliche Risiken auf sich nehmen. |
Principle 2 Free will Covering wars involves an acceptance by media workers of the risks attached and also a personal commitment which means they go on a strictly voluntary basis. Because of the risks, they should have the right to refuse such assignments without explanation and without their being any finding unprofessionnal conduct. In the field, the assignment can be terminated at the request of the reporter or the editors after each side has consulted the other and taken into account their mutual responsibilities. Editors should beware of exerting any kind of pressure on special correspondents to take additional risks. |
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3. Grundsatz: Erfahrung Die Berichterstattung über bewaffnete Konflikte verlangt besondere Erfahrungen und Fähigkeiten. Deshalb sollten die Redaktionen dafür nur solche Personen auswählen, die erfahren und mit Krisen- und Kriegssituationen vertraut sind. Wer zum ersten Mal in ein gefährliches Gebiet fährt, sollte dies in Begleitung eines erfahreneren Kollegen tun. Vor Ort gilt: Teamarbeit ist zu favorisieren. Die Redaktionen sollten sich nach der Rückkehr der Journalisten systematisch über ihre Erfahrungen informieren lassen, um daraus zu lernen. |
Principle 3 Experience War reporting requires special skills and experience, so editors should choose staff or freelances who are mature and used to crisis situations. Journalists covering a war for the first time should not be sent there alone, but be accompanied by a more experienced reporter. Teamwork in the field should be encouraged. Editors should systematically debrief staff when they return so as to learn from their experiences. |
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4. Grundsatz Vorbereitung Eine regelmäßige Vorbereitung auf das Verhalten in Gefahrensituationen hilft, die Risiken zu mindern. Die Redaktionen müssen ihre Reporter - ob Angestellte oder Freelancer - über entsprechende Kurse qualifizierter nationaler und internationaler Veranstalter informieren und ihnen die Teilnahme daran ermöglichen. Alle Journalisten, die in gefährlichen Gebieten arbeiten, sollten einen Erste-Hilfe-Lehrgang absolviert haben. Auch Journalistenschulen müssen diese Problematik in ihrer Ausbildung thematisieren. |
Principle 4 Preparation Regular training in how to cope in war zones or dangerous areas will help reduce the risk to journalists. Editors should inform staff and freelances of any special training offered by nationally or internationally qualified bodies and give them access to it. All journalists called upon to work in a hostile environment should have first-aid training. Every accredited journalism school should familiarise its students with these issues. |
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5. Grundsatz: Ausrüstung Die Redaktionen müssen ihre Reporter in Krisengebieten mit der erforderlichen Sicherheitsausrüstung ausstatten, gegebenenfalls mit kugelsicheren Westen, Helmen und, wenn möglich, mit gepanzerten Fahrzeugen, außerdem mit den notwendigen Kommunikationsmitteln (z.B. Peilsendern) und einem Erste-Hilfe-Kasten. |
Principle 5 Equipment Editors should provide special correspondents working in dangerous areas with reliable safety equipment (bullet-proof jackets, helmets and, if possible, armoured vehicles), communication equipment (locator beacons) and survival and first-aid kits. |
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6. Grundsatz: Versicherung Journalisten in Krisengebieten und ihre Begleiter sollten für den Fall von Krankheit, Rückführung in die Heimat, Erwerbsunfähigkeit und Tod abgesichert sein. Ihre Medien müssen dies sicherstellen, bevor sie jemanden in ein Krisengebiet schicken oder dort engagieren. Dabei sollten alle geltenden berufsspezifischen Konventionen und Verträge strengstens eingehalten werden. |
Principle 6 Insurance Journalists and their assistants working in war zones or dangerous areas should have insurance to cover illness, repatriation, disability and loss of life. Media management should take all necessary steps to provide this before sending or employing personnal on dangerous assignments. They should strictly comply with all applicable professional conventions and agreements. |
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7. Grundsatz: Psychologische Betreuung Journalisten und ihre Begleiter sollten, sofern sie dies wünschen, nach ihrer Rückkehr aus einem Krisengebiet oder nach der Berichterstattung über traumatisierende Ereignisse psychologisch betreut werden. |
Principle 7 Psychological counselling Media management should ensure that journalists and their assistants who so desire have access to psychological counselling after returning from dangerous areas or reporting on shocking events. |
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8. Grundsatz: Juristischer Schutz Journalisten in Krisengebieten gelten nach Artikel 79 des Ersten Zusatzprotokolls der Genfer Konvention als Zivilisten, sofern sie sich nicht in einer Weise verhalten, die zur Aberkennung dieses Status führt, wie etwa: direkte Unterstützung von Kriegshandlungen, Tragen von Waffen oder Spionage. Jeder vorsätzliche Angriff auf einen Journalisten, der dessen Tod oder schwere Verletzungen zur Folge hat, ist ein Verstoß gegen das Erste Zusatzprotokoll und gilt als Kriegsverbrechen. |
Principle 8 Legal protection Journalists on dangerous assignments are considered civilians under Article 79 of Additional Protocol I of the Geneva Conventions, provided they do not do anything or behave in any way that might compromise this status, such as directly helping a war, bearing arms or spying. Any deliberate attack on a journalist that causes death or serious physical injury is a major breach of this Protocol and deemed a war crime. |
Diese Veröffentlichung unter www.journalist-wegner.de erfolgte mit freundlicher Genehmigung von: - Reporter ohne Grenzen; Skalitzer Straße 101, 10997 Berlin; Germany -




























