Weiter und weiter...
Die verlängerte Haftstrafe des New York Times-Mitarbeiters Zhao Yan und des Straits Times-Korrespondenten Ching Cheong haben gezeigt, dass Journalisten, die für die chinesische Press arbeiten, nicht die einzigen Ziele der Repressionen sind. Die Regierung richtet sicht auch gegen ausländische Medien, wenn diese ihren Vorstellungen zuwider handeln. Die ausländischen Journalisten, die ständig oder zeitweise von China aus berichten, sind weiterhin der polizeilichen Kontrolle unterworfen. Jeder ist sich der Überwachung, einschließlich jener der Telefone, bewusst. Man hätte erwarten können, dass China sein Versprechen gegenüber dem IOC hält, den Medien Bewegungsfreiheit zu garantieren, diese Hoffnung hat sich jedoch nicht erfüllt. „In keinem anderen großen Land werden ausländische Journalisten so sehr kontrolliert wie in China“, so Jonathan Watts vom Klub Ausländischer Korrespondenten in China. Duzende ausländische Journalisten – sowohl kurzfristige Besucher als auch Korrespondenten – werden jedes Jahr bedroht, angegriffen oder verhaftet.
„Wir können momentan keine genauen Zahlen nennen, es sind wohl zwischen 50 und 100 pro Jahr, aber die Anzahl jener Journalisten, die mit Gewalt von ihrer Arbeit abgehalten werden, ist ein Problem, das auf der höchsten Ebene gelöst werden muss,“ so Watts weiter. Der Klub Ausländischer Korrespondenten wurde bisher nicht offiziell anerkannt und verfügt daher über keine eigenen Räumlichkeiten in Peking.
Minister Li Zhaoxing:
"Ist verantwortlich, die Sicherheit der Journalisten sowie die Sicherheit ihrer Interviewpartner zu gewährleisten.“
Das chinesische Außenministerium weigert sich, irgendwelche Änderungen der „Leitlinien für ausländische Korrespondenten“ durchzuführen, in denen festgelegt ist, dass jeder Journalist eine offizielle Genehmigung benötigt, um Peking zu verlassen und aus dem Landesinneren zu berichten. Georg Blume, Korrespondent der Zeit, wurde im Juli 2006 von der chinesischen Polizei fünf Stunden lang überprüft, weil er einen Dammbau in der südlichen Provinz Yunnan betrachtet hatte. Er wurde gezwungen, einige seiner Notizen zu zerstören und ein Statement zu unterzeichnen, dass er das Gebiet verlassen werde.
Auch die bedauernswerte Praxis, Schwarze Listen von Journalisten zu führen, wurde bisher nicht abgeschafft. So ist dem pensionierten Le Monde-Korrespondenten Jean Claude Buhrer, der in der Schweiz lebt, wegen seiner Artikel über Tibet die Einreise nach China untersagt.
Chinesischer Umweltaktivist, Fu Xiancai
(Quelle: ARD)
Chinesische Staatsbürger, die mit ausländischen Journalisten sprechen, werden von der chinesischen Polizei angegriffen, eingeschüchtert und verhaftet. Ein besonders dramatischer Fall der jüngsten Zeit ist jener von Fu Xiancai, einem Aktivisten der durch den Bau des Drei-Schluchten-Damms vertriebenen Bewohner. Seit einem tätigen Angriff nach dem Verlassen einer Polizeiwachstube, wo er wegen eines Interviews für einen deutschen Fernsehsender bedroht worden war, ist der Aktivist gelähmt. Die offizielle Untersuchung des Angriffs ergab, dass Fu sich die Verletzungen selbst zugefügt habe, um sich als Opfer darzustellen.




























