Rote Karte:
Zensur und Gefängnis: Rote Karte
Staatliche Zensur macht eine unabhängige Berichterstattung in diesen Ländern unmöglich. Die Regierungen kontrollieren Fernseh- und Radiosender sowie die Zeitungen. Auch das Internet wird überwacht, zensiert, Seiten sind gesperrt. Der Bevölkerung stehen fast ausschließlich staatlich kontrollierte Informationen zur Verfügung. Wer die Regeln verletzt und sich dennoch kritisch äußert, wandert häufig ins Gefängnis – wo auch vor Folter nicht zurückgeschreckt wird. Iran, Saudi-Arabien, Tunesien.
Iran
Iran
Der Iran ist das größte Gefängnis für Medienleute im Nahen Osten. Allein im letzten Jahr wurden 13 Journalisten und Blogger inhaftiert, derzeit sitzen 12 Journalisten und zwei Blogger in iranischen Gefängnissen. Daneben häufen sich Drohungen, Befragungen, willkürliche Verhaftungen, Blockaden von Websites und Gerichtsvorladungen. So können Journalisten meist nur auf freiem Fuß bleiben, indem sie hohe Kautionen zahlen. Als zusätzliche Waffe verhängt die Regierung Ausreiseverbote für Journalisten. Der Iran steht auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 164.
Saudi-Arabien
Saudi Arabien
Noch immer hält die Al-Saud Familie die Medien des Landes fest in ihrer Hand. So betreiben die Ministerien für Kultur und Information vier Fernsehsender. Da die saudi-arabische Bevölkerung aber lieber Satellitenfernsehen schaut, besitzen mittlerweile viele Haushalte eine illegale Satellitenschüssel. Der damit zu empfangene gesamtarabische Sender Al-Jazeera ist jedoch seit 2003 gesperrt. Ausländische Journalisten dürfen zudem nur sehr selten in das Land einreisen. Saudi-Arabien steht auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 154.
Tunesien
Tunesien
Präsident Zine el-Abidine Ben Ali hält sowohl staatliche als auch private Medien fest in seiner Hand. Eine weitläufige Razzia unter Journalisten wurde im letzten Jahr mithilfe der 130.000 Mann starken Polizei fortgeführt. Sogar während des UN-Gipfels in Tunis im November 2005 machten die Behörden nicht halt vor Übergriffen an Menschenrechtsaktivisten und Befürwortern der Opposition. Ein Internet-Dissident ist in Tunesien seit März vergangenen Jahres hinter Gittern. Tunesien steht auf der ROG-Rangliste der Pressefreiheit auf Platz 147.




























