Das Clementinum in Bad Driburg
Über die Geschichte des ältesten Priesterspätberufenenseminars Deutschland
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3. Kapitel: Das Clementinum in Bad Driburg |
Wer zu Fuß, mit dem Auto oder per Bahn nach Bad Driburg kommt, erblickt unwillkürlich vor der Kurve nach Reelsen ein großes Gebäude mit einem Glockenturm: Das Studienheim St. Klemens. Fast parallel zur Gründung des Aschaffenburger Hauses erfolgte am 19. März 1927 der erste Spatenstich für dieses Gebäude.
Zuvor hatte der Bürgermeister von Bad Driburg dem ihm gut bekannten Bernhard Zimmermann günstig das entsprechende Gelände auf dem Hoppenberg angeboten. Die Paderborner Behörde zeigte sich auch hier zurückhaltend, das Anfangskapital mag Grund für die Skepsis gewesen sein: das zwanzigfache wäre eigentlich nötig gewesen, um ein solches Werk in Angriff zu nehmen, eine Summe, die Zimmermann niemals aufbringen konnte. Der schritt mit seinem - wie er sagte – „unverschämten“ Gottvertrauen zur Tat. Zwischenzeitlich hatte er die Freistellung vom Gemeindedienst erhalten, bekam aber auch keine Bezüge. Es waren die immer stärker werdenden Anfragen und stetig steigende Schülerzahlen, die in ihm den Entschluss eines Neubaus reifen ließen. An den Wochenenden war er unermüdlich in der Sache des Hilfswerkes in ganz Deutschland unterwegs, um in Kirchen zu predigen, für das Haus zu werben und Kollekte zu halten. Mancher Pastor wunderte sich über die Höhe der Kollekte und über das entsprechende Talent Zimmermanns, der für sich selbst nur sehr wenig beanspruchte. Er gab alles weiter an seine Schüler, die ohnehin schon genug Entbehrungen auf sich nehmen mussten. Die Arbeiten für das Driburger Haus gingen rasch vonstatten, wenn die Arbeiter ihr Geld haben wollten, erklärte er ihnen, dass keines vorhanden sei. Vor allem die Handwerker aus Bad Driburg machten sich trotzdem wacker ans Werk, unterstützt von den Schülern, die schon 1927 aus Belecke und anderswo ankamen. Am 26. April 1928 erfolgte die feierliche Einweihung des neuen Klemensheimes, einem stattlichen Gebäude, das bis heute nichts von seiner Schönheit eingebüßt hat. Mittlerweile hatten sich Nebengebäude wie ein Schwesternhaus, Stallungen und kleinere Häuser um das Hauptgebäude gruppiert.
Es blieb in all den Jahren, besonders in der Anfangszeit der Gründung, bezeichnend, dass die Schüler selbst unter größtmöglichem Einsatz ihrer Kräfte und Fähigkeiten beim Aufbau des Werkes halfen. Die Einrichtung sogenannter „Arbeitstage“, das waren schulfreie Tage, an denen die Schüler je nach ihren beruflichen Fertigkeiten eingesetzt waren, geht auf diese Anfangszeit zurück. Auf die an Zimmermann gerichtete Frage, wer denn die „starken Hintermänner“ für das imposante Gebäude gewesen seien, antwortete dieser:
„Ich hatte nur einen Hintermann, das war der Herrgott selbst“. >>> weiter...




























