Der Weg von Bernhard-Ferdinand Zimmermann
Über die Geschichte des ältesten Priesterspätberufenenseminars Deutschland
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1. Kapitel: Der Weg von Bernhard-Ferdinand Zimmermann |
Bernhard Ferdinand Zimmermann
Als am 23. Dezember 1880 im gräflichen Kurstädtchen Bad Driburg in Westfalen die Einwohner das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereiten, ist das Fachwerkhaus des Taglöhners Konrad Zimmermann und seiner Frau Theresia im Schatten der Pfarrkirche St. Peter und Paul mit großer Freude erfüllt: Das jüngste von sechs Kindern der alteingesessenen Driburger Familie, Bernhard-Ferdinand, erblickt gerade das Licht der Welt. Keiner konnte damals ahnen, was aus dem kleinen Bernhard einmal werden und welche Bedeutung sein Werk erlangen würde. Die Eltern, echte Westfalen, etwas rau, aber fromm und zu jedermann gutmütig, ließen ihren Kindern eine tiefreligiöse Erziehung zuteil werden. Bis zum 13. Lebensjahr besuchte Bernhard die Driburger Volksschule und begann bei einem ortsansässigen Meister die Malerlehre. Schon damals hatte er, wenn er am sogenannten „Hoppenberg“, jenem Gelände hinter dem alten Kreuz in der Reelsener Kurve, vorbeikam, zu sich selbst gesprochen: Hier werde ich einmal ein Haus bauen.
Der Erfüllung des kindlichen Wunsches durfte er allerdings noch einige Jahre harren. Bernhard Zimmermann entwickelte sich zu einem begabten Kirchenmaler, die sakralen Räume, die er seit dem 16. Lebensjahr auf der Wanderschaft ausmalte, hatten es ihm angetan. Sein Wanderbüchlein des Driburger Gesellenvereins bezeugt die vielen Stationen der „Walz“. Vielleicht mag es neben der elterlichen Erziehung seine Arbeit in den westfälischen Kirchen seiner Heimat gewesen sein, die ihn dazu bewog, einer anderen Berufung zu folgen: dem Priestertum. Jedenfalls entschloss er sich nach zehnjähriger Malertätigkeit, das Gymnasialstudium und Abitur nachzuholen. Mit 24 Jahren beschritt er einen schweren Weg. Zunächst erhielt er bei Bekannten Privatunterricht, doch sein Kaplan empfahl ihm eine Klosterschule. Deren Besuch war vielfach mit einem Eintritt in den Orden verbunden. Das Versprechen eines Kölner Gymnasialrektors, ihn in 2 Jahren auf die Unterprima vorzubereiten, erwies sich als sehr vage. Bernhard Zimmermann entschloss sich für den Besuch der Klosterschule im italienischen Penango. Seine Lehrer: ein ehemaliger Buchhändler, ein Landwirtschaftsgehilfe, ein Glasmacher und zu guter letzt ein polnischer Pater, der die rund 50 deutschen Schüler italienisch unterrichten wollte. Enttäuscht kehrten viele der Schüler nach Deutschland zurück. Zimmermann ging nach Köln, nach Horn-Bad-Meinberg und nach über einem Jahr Unterricht zur Reifeprüfung nach Gelsenkirchen, wo er prompt durchfiel. 16 Gymnasialdirektoren schrieben ihm, dass er nicht in die Oberprima aufgenommen werden könne. Einzig eine Schule in Bottrop ließ ihn als Gasthörer zu, so dass er nach dreimaligem Versuch am Josefstag des Jahres 1912 das langersehnte Reifezeugnis in Händen hatte.
Nun war der Weg frei zum Studium der Theologie in Paderborn und Münster; in München wurde er während des Extremstudiums mit 32 Jahren Mitglied der ältesten deutschen Studentenverbindung „Aenania“. An Pfingsten 1916 empfing er durch Bischof Schulte im Hohen Dom zu Paderborn die Priesterweihe und feierte in seiner Driburger Heimatpfarrkirche seine die Primiz. >>> weiter...




























