Der Wiederaufbau und neue Perspektiven
Über die Geschichte des ältesten Priesterspätberufenenseminars Deutschland
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7. Kapitel: Der Wiederaufbau und neue Perspektiven |
Zimmermann musste bis Kriegsende die Pfarrei Etteln bei Paderborn verwalten, kehrte aber regelmäßig in seine Heimatstadt Bad Driburg zurück, um sich „vor Ort“ über die Gegebenheiten zu informieren. Als er mit einigen Getreuen „sein“ Werk wieder in den Dienst der guten Sache stellen wollte, hatten die Amerikaner das Haus mit zweihundert Soldaten besetzt. Doch damit nicht genug, fragte das Erzbischöfliche Priesterseminar und die Paderborner Fakultät an, ob sie im Klemensheim eine Unterkunft erhalten könnten, solange die Seminargebäude zerstört seien. Schweren Herzens verpachtete Zimmermann die noch nicht besetzten Räume und die „neuen“ alten Schüler mussten mit dem Schwesternhaus Vorlieb nehmen oder privat in der Stadt wohnen. Erst im Jahre 1949 konnte das gesamte Hauptgebäude wieder seinem ursprünglichen Ziel als Heimstätte für die Spätberufenen zugeführt werden. In dieser Zeit wurde im Haus eine Bischofskonferenz abgehalten und die „Max-Planck-Gesellschaft“ wiedergegründet. Der Aufschwung ließ sich nicht aufhalten. Aus ganz Deutschland kamen Anfragen um Aufnahme, die Diözesen Paderborn und Münster lagen natürlich an der Spitze. Hier hatten die ehemaligen Schüler des Klemensheims, die sogenannten „Altklementiner“ schon vor dem Krieg heftig die Werbetrommel gerührt, nicht nur die Priester, sondern auch die Laien. Mitte der 50er Jahre wurde der Neubau gebaut, zu einer Zeit, in der Zimmermann noch immer das Werk leitete.
Mit 79 Jahren durfte er endlich erleben, wie die Diözesen Paderborn und Münster die Finanzierung des Clementinums übernahmen und die immensen Schulden der Vergangenheit tilgten. Verschiedene Ehrungen wurden ihm zuteil: die Ehrenbürgerschaft seiner Heimatstadt, das Bundesverdienstkreuz, die Ernennung zum päpstlichen Geheimkämmerer und Hausprälaten.
Wie viel Eifer und Energie, Entbehrungen und Ängste aber auch tiefes Gottvertrauen er in das Hilfswerk setzte, mag man kaum ermessen. Fest steht, dass er der Kirche ein großes, ein einmaliges Werk aufbaute, indem er den Grundstock für die Ausbildung der Spätberufenen legte. Er war alles andere als ein Gelehrter, oft hielt man ihn für streng und unnachgiebig. Doch seine Schlichtheit und sein Glaube begeisterten eben so viele Menschen. Die letzten Lebensjahre verbrachte er sehr zurückgezogen und mit einem schweren Augenleiden behaftet, immer verbunden mit dem von ihm geschaffenen Werk. Mit kindlicher Freude erzählte der den Jungklementinern von der Entstehung, von den Höhen und Tiefen und gedachte in der täglichen Messe den lebenden und verstorbenen Schülern des Hauses. Am Karfreitag 1968 starb er im Alter von 88 Jahren.
Es stand in besonderer Weise in der Kreuzesnachfolge Jesu, ebenso aber auch in der unermesslichen Gnade und Menschenfreundlichkeit Gottes, dessen Geist bis heute in der großen klementinischen Familie weiterlebt. >>> weiter...




























