Die Zeit des Nationalsozialismus

Über die Geschichte des ältesten Priesterspätberufenenseminars Deutschland

6. Kapitel:
Die Zeit des Nationalsozialismus

Erste Schwierigkeiten mit den Machthabern begannen schon unmittelbar nach der Reichstagswahl 1933 im Belecker Heim, als ein von der NS-Ideologie beeinflusster und manipulierter Schüler Unwahrheiten verbreitete und die abgegebenen Neustimmen der Wahl gegen Hitler auf die Clementiner schließen ließen. Zimmermann war gezwungen, das Institut von Belecke nach Bad Driburg zu übersiedeln. ...

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Dieses Bild zeigt ein (oder ähnelt einem) Symbol, das von nationalsozialistischen oder anderen in der Bundesrepublik Deutschland wegen Verfassungswidrigkeit verbotenen Organisationen verwendet wurde. Die Verwendung dieser Symbole in der Öffentlichkeit ist in der Bundesrepublik Deutschland verboten (§ 86a StGB). Ebenfalls strafbar ist die Verbreitung von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen (§ 86a StGB). Die Strafbarkeit ist ausgeschlossen, wenn die Verwendung oder Verbreitung der staatsbürgerlichen Aufklärung, der Abwehr verfassungswidriger Bestrebungen, der Kunst oder der Wissenschaft, der Forschung oder der Lehre, der Berichterstattung über Vorgänge des Zeitgeschehens oder der Geschichte oder ähnlichen Zwecken dient (§ 86 Abs. 3 StGB).


This image shows (or resembles) a symbol that was used by the National Socialist (NSDAP/Nazi) government of Germany or an organization closely associated to it, or another party which has been banned by the Federal Constitutional Court of Germany. The use of insignia of organizations that have been banned in Germany (like the Nazi swastika or the arrow cross) may also be illegal in Austria, Hungary, Poland, Czech Republic, France, Brazil, Russia and other countries, depending on context. In Germany, the applicable law is paragraph 86a of the criminal code (StGB), in Poland – Art. 256 of the criminal code (Dz.U. 1997 nr 88 poz. 553).

... Dort ging es anfänglich gut, man respektierte den sogenannten „sozialen“ Charakter des Hauses. Wenn auch Lehrer des Gymnasium Klementinum in die Partei oder den NS-Lehrerbund eintraten, so nur, um weiterhin den Schülern Unterreicht angedeihen zu lassen.

Verschiedene Querelen und Machenschaften sowie ein Besuch der Geheimen Staatspolizei, Gestapo, bei Rektor Zimmermann führten 1941 zur entgültigen Schließung des Hauses. Am Klemensfest, dem 15. März 1941, hielt man die feierliche Dank- und Schlussfeier mit der gesamten Hausgemeinschaft in der Klemenskapelle, die später zu einem Festsaal umfunktioniert wurde. Augenzeugen berichteten, wie viele Klementiner beim „fiat voluntas tua, sicut in coelo et in terra“ Tränen in den Augen hatten. Sie, die in schwerer Zeit wieder die Schulbank drückten, sich seit Jahren auf das Abitur vorbereiteten, mussten nun endgültig das Haus verlassen, um als Soldat in den Krieg zu ziehen. Viele Klementiner, weit über einhundert, kehrten nicht mehr zurück. Inzwischen wurde das Studienheim zu einer nationalsozialistischen Lehrerinnenbildungsanstalt umgewandelt. Den Schülern, die kurz vor dem Abitur standen, wurde in zwei Häusern in Paderborn, die Zimmermann schon 1934 erworben hatte, Privatunterricht erteilt. Er hatte in diesen Häusern das „Collegium Clementinum“ ein „Kolleg für auslandsdeutsche Seelsorger“ eingerichtet, in dem jene Studenten aufgenommen wurden, die in ihren Heimatdiözesen wegen Überfüllung der Seminare nicht studieren konnten. Das Paderborner Clementinum entwickelte eine segensreiche Tätigkeit, die insbesondere der Seelsorge in Übersee (z.B. Chile, Brasilien) zugute kam. Ein Mietshaus in der Berliner Gleistrasse, ebenfalls dem Hilfswerk gehörig, sorgte für regelmäßige Einnahmen. Mancher Klementiner konnte dort Arbeit und Urlaub miteinander kombinieren. >>> weiter...