Johann Bergmann

Johann Bergmann von Olpe

Johann Bergmann zählt zweifelsohne zu den bedeutendsten Druckern der frühen Phase des Buchdrucks und der Reproduktionen. Er wurde um 1455/60 in Olpe geboren. In Basel besaß Bergmann eine Druckerwerkstatt, was heute einem Druck- und Verlagshaus entsprechen würde. Johann Bergmann starb vermutlich in Basel vor dem vor 20. Februar 1532. Höchstwahrscheinlich war Johann Bergmann mit dem Baseler Kaplan Eberhard von Olpe verwandt. Über Bergmanns Leben ist nur wenig historisch belegt.

Die Druckermarke von Johann Bergmann

Die Öffentlichkeit hört erstmalig von Johann Bergmann um 1470. In dieser Zeit ist er Student in Basel. Nach seiner Priesterweihe wird Bergmann Kaplan am Domstift zu Basel (1482 erw.), später bekleidete er diverse Ämter. Er war bischöflicher Kollektor, von 1483 bis 1524 Pfarrrektor in Sewen (Elsass), Erbauer der dortigen Kirche, 1497-1513/14 (?) Archidiakon von Moutier-Grandval.

Johann Bergmann von Olpe aus dem Sauerland unterhielt sehr feste Beziehungen zum oberrheinischen Humanistenkreis in Basel. Daher verband ihn eine enge Freundschaft mit Sebastian Brant.
Zwischen 1490 und 1500 erwarb sich Johann Bergmann hervorragende Kenntnisse und Fähigkeiten als Drucker. In Zusammenarbeit mit Michael Furter druckte er die Werke von bekannten Humanisten wie Sebastian Brant, Jacob Philomusus, Johannes Reuchlin und Jacob Wimpfeling.
Zu den bedeutendsten Arbeiten gehören Marquard vom Steins "Ritter vom Turn" (1493, eine Übertragung des "Livre du chevalier" von Geoffroy de La Tour Landry) und Sebastian Brants "Narrenschiff" (1494).

Gerade das "Narrenschiff" zeichnet sich durch qualitätsvolle Typen, Bordüren und künstlerisch z.T. hochstehende Holzschnitte aus, die vermutlich der junge Albrecht Dürer geliefert hat.
Die nebenstehende Miniaturansicht zeigt einen Holzschnitt des Büchernarrs, ein Portrait von Sebastian Brant, aus einer Ausgabe des "Narrenschiffs" von 1497. (Sebastian Brant: Navis Stultifera [das Narrenschiff]. Lateinische Ausgabe. Basel: Johann Bergmann von Olpe 1497.

Johann Bergmann druckte das "Narrenschiff in verschieden Ausgaben bis zum Jahr 1500. Danach sind keine weiteren Drucke mehr bekannt.
Über "Das Narrenschiff" sagte Hermann-Josef Schmalor in seinem Vortrag "Westfälische Frühdrucker im Ausland" anlässlich der Jahreshauptversammlung des Fördervereins der Erzbischöflichen Akademischen Bibliothek Paderborn e.V. (2000):

Das Narrenschiff.

Letzte Seite mit der Druckermarke von Johann Bergmann von Olpe.

"Dieses zeitgeschichtlich hochinteressante Dokument stellt in satirisch-ironischer Weise Modeerscheinungen der damaligen Zeit in Bildern und dazu passenden Versen dar. Das Werk hatte eine für damalige Verhältnisse ungeheure Breitenwirkung. Dreimal innerhalb von acht Jahren wurde es von Johann Bergmann in deutscher Sprache gedruckt, die vielen Holzschnitte machten es auch für Analphabeten – damals noch die Mehrheit der Bevölkerung – reizvoll und interessant. Vielleicht ist es nicht zu hoch gegriffen, wenn man behauptet, dass das „Narrenschiff“ das erste wirklich populäre Buch, der erste Bestseller der Literaturgeschichte ist, an dessen Zustandekommen nicht unwesentlich ein Sauerländer aus Olpe beteiligt war."